Am 20. September 2026 findet in Berlin die Wahl der neuen Landesregierung bzw. eines neuen Senats statt. Deine Stimme ist in dieser Wahl von entscheidender Bedeutung. Die Wahl ist die Gelegenheit, die eigene Zukunft als auch die Zukunft von Frauen* und Mädchen* in Berlin aktiv mitzugestalten.
Insbesondere in Bereichen wie Sicherheit im öffentlichen und privatem Raum, sozialer Gerechtigkeit, beim Zugang zum Arbeitsmarkt und für Leben ohne Sexismus sind Frauen*perspektiven von großem Wert. Die Wahl für eine gerechte Zukunft von Frauen* wird die eigene Sichtbarkeit gestärkt und es werden klare politische Prioritäten gesetzt.
Deine Wahl bestimmt deine Realität! Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dass du ausreichend informiert bist.
Wir wissen genau, welche Aspekte in der Politik uns nicht nützlich sind und was eine gute Politik für Frauen* ausmacht, und wollen dich hier informieren:
Wir zeigen unsere Rote Karte gegen:
Gewalt an Frauen* und Mädchen!
In Berlin werden jedes Jahr tausende Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Laut der Berliner Kriminalstatistik wurden 2025 im Schnitt 16 Frauen pro Tag Opfer von Gewalt durch ihren (Ex-)Partner. Insgesamt erfasste die Polizei 6.038 Frauen als Opfer von Körperverletzungen in diesem Kontext. Zudem wurden in Berlin letztes Jahr zehn Frauen durch Partner, Ex-Partner oder Familienmitglieder getötet (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik, Berlin 2025).
Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* ist kein privates Problem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Sie betrifft Menschen jeden Alters und jeder Herkunft und verletzt das Recht auf ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben. In unserem Netzwerk engagieren sich zahlreiche Projekte, Initiativen und Einrichtungen gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*. Sie beraten, schützen, begleiten und stärken Betroffene, leisten Präventionsarbeit und setzen sich für mehr Sensibilisierung und Zivilcourage ein.
Von der Politik brauchen wir eine verlässliche und langfristige Finanzierung von Frauenhäusern, Beratungs- und Präventionsangeboten, den konsequenten Ausbau von Schutzplätzen, eine flächendeckende Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie wirksame Maßnahmen zur Prävention und zum Schutz von Betroffenen. Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* muss konsequent bekämpft werden, mit ausreichenden Ressourcen, klarer politischer Verantwortung und einer starken Zivilgesellschaft.
Kürzungen im sozialen Bereich!
Berlin hat für Frauen* eine empowernde und vielfältige Infrastruktur an Frauen*projekte. Von Wohnen, über Anti-Gewalt, Migration, Arbeit, (Weiter-)Bildung, Nachbarschaft und Gesundheit, bis hin zu Finanzen unterstützen Frauen* in allen Lebenslagen. Diese Projektvielfalt ist nun angesichts der Kürzungen berlinweit durch den Senat massiv in Gefahr.
Bereits Ende 2025 hat der Berliner Senat für das Haushaltsjahr 2026 pauschale Kürzungen von 2% für alle Frauen*projekte durchgesetzt¹. Diese Kürzungen bedrohen unsere Arbeit existenziell. Vor allem treffen sie einen Bereich, der generell unterfinanziert und dadurch prekäre Verhältnisse erzeugt. Die meisten Angestellten in diesem Bereich sind Frauen*.
Das „Netzwerk Frauen in Neukölln“ ist ein Zusammenschluss von 59 Beratungseinrichtungen und gemeinnützigen Vereinen, die Frauen* in Neukölln unterstützen. Ziel war es dabei schon immer (seit 2006) ratsuchenden Frauen* in Neukölln eine Infrastruktur zu bieten, die sie auffängt, egal bei welchem Problem, Extremsituation oder Bedarf (hier mehr). Dies wirkt sich unmittelbar auf die Frauen* in Neukölln aus. Die Nachfrage steigt und der Bedarf ist hoch, angesichts des dramatischen Höchststands an Gewalttaten gegen Frauen*.
Beratungsstellen offen halten ist wichtiger, denn je und die Kürzungen stellen ein falsches Signal dar.
Eine Ausfinanzierung und Verstetigung der Projekte würde für Frauen* konkrete Verbesserungen bedeuten:
– Ausgestattete Schutzräume
– Beratung zu jeder Zeit und für alle Fragen zugänglich
– Ausbau von Beratungsstellen
– Verbesserung von Sicherheit und Lebensqualität von Frauen, Mädchen und queeren Menschen
– Stärkung von Selbstbestimmung
– Keine Wartezeiten bei Terminen
Weiterführende Informationen, sowie eine Auflistung aller Projekte in Bereichen findet sich hier.
Sexismus – Respekt auf & neben dem Platz!
Fußball steht für Teamgeist, Respekt und Fairness. Diese Werte müssen für alle gelten unabhängig vom Geschlecht und Ort. Es geht dabei um Herabwürdigungen aufgrund des Geschlechts, Machtmissbrauch und Grenzverletzungen. Sexismus ist nicht harmlos und hat Folgen: Er kann zu ungleicher Chancenverteilung und sexueller Belästigung bis hin zu Gewalt führen.
Wir unterstützen das Bündnis Gemeinsam gegen Sexismus. Das Ziel ist, Sexismus und sexuelle Belästigung zu erkennen, hinzusehen und zu zeigen, wie wirksame Maßnahmen verankern werden können, denn in einer offenen, modernen und gleichberechtigten Gesellschaft darf Sexismus keinen Platz haben!
Wir stehen ein für regelmäßige Workshops und Schulungen zu Respekt, Gleichberechtigung und Vielfalt. In unserer Gesellschaft muss der gegenseitige Respekt selbstverständlich sein und alle müssen sich willkommen fühlen können.
Unsichtbarkeit – Frauen* anerkennen und fair bezahlen!
Frauen* leisten in vielen Bereichen unserer Gesellschaft unverzichtbare Arbeit: In der Erwerbsarbeit, in der Care-Arbeit, in sozialen Berufen und im Ehrenamt. Trotzdem bleibt diese wichtige Arbeit oft unerkannt und unsichtbar. Sie wird weniger wahrgenommen, seltener benannt und vor allem schlechter bezahlt als die vergleichbare Arbeit von Männern.
Auch 2026 ist der sogenannte „Gender Pay Gap”, die Lohnlücke vzwischen Frauen* und Männern bei gleicher Arbeit und Rang, bei 16%. Laut statistischem Bundesamt verdienen Frauen* im Schnitt pro Stunde 4,24 EUR weniger als Männer (Quelle). Diese Unterschiede verschärfen sich sobald Faktoren, wie Migration, gesundheitliche Einschränkungen etc. dazukommen. Diese Ungleichheit ist kein Zufall, sondern Ausdruck von struktureller Benachteiligung.
Der Beitrag von Fauen* wird oft übersehen, als selbstverständlich genommen oder nicht ausreichend gewürdigt. Besonders in Berufen und Tätigkeiten, die traditionell mit Frauen verbunden sind, zeigt sich dieses Muster deutlich. Dort, wo Fürsorge, Kommunikation, Organisation und Beziehungsarbeit gefragt sind, wird Leistung häufig emotional oder sozial aufgeladen, aber finanziell zu niedrig bewertet.
Echte Anerkennung beginnt mit Sichtbarkeit und resultiert in angemessener Bezahlung. Sie bedeutet, Frauen* ihre fachliche Kompetenz, Verantwortung und ihre Wirkung sichtbar zu machen in Repräsentation in Führung, Entscheidungsprozessen und faire Bezahlung. Gleichwertige Arbeit muss gleich bezahlt werden. Dies ist Grundvoraussetzung für Gleichstellung. Die Politik, aber auch Unternehmen und Organisationen, sind gefordert ungleiche Bewertung von Tätigkeiten zu überprüfen und Aufstiegschancen gerecht zu leisten.
Wandel liegt in ihrer Hand
Mit all den Informationen möchten wir mitgeben:
Wen du wählst, ob und wie du versorgt wirst, wenn du Unterstützung brauchst, liegt in deiner Hand. Decken sich deine Bedürfnisse mit den Versprechungen der Partei, die du wählst?
Wähl weise und informiere dich genau, denn deine Stimme zählt!
Ab dem 24.08. findest du hier den Wahlomat:
Die Zukunft ist weiblich!
¹ Nach großem öffentlichem Druck, Kundgebungen und Demonstrationen Ende 2025 unter dem Motto „Kürzt ihr uns zu Tode?“ wurden die Kürzungen für den Bereich Anti-Gewalt seitens des Senats teilweise zurückgenommen.